Partnerschaft mit Ägypten

Bischof Athanasios hatte viele Jahre gegen die Genitalverstümmelungen an Mädchen und Frauen gekämpft, für die Verständigung zwischen Christen und Muslimen gearbeitet, Schulen gegründet und Verbindungen von Christen aus der ersten und der dritten Welt geknüpft. Verbündete hatte er bei den VertreterInnen des Kirchenkreis Moers. Als er mit seinen 78 Jahren starb, war das spät für einen Mann, der schon lange krank war, aber zu früh für alle, denen seine Arbeit zugute kam.

Seit einem viertel Jahrhundert unterhält der Kirchenkreis Moers eine Partnerschaft mit der ägyptischen Diözese Beni Suef, etwa 100 Kilometer von Kairo entfernt. Auch nach dem Tod des Paters besteht das Projekt fort. Anfangs ging es um die Hilfe zur Selbsthilfe. Von deutscher Seite aus wurden zahlreiche Vorhaben des Bischofs unterstützt, vor allem in den Bereichen Verbesserung der elementaren Lebensbedingungen wie Gesundheitsvorsorge, Wasser, Hygiene. Dazu kamen die Alphabetisierung und arbeitsmarktpolitische Projekte wie Handwerksbetriebe zur Ausbildung junger Menschen. Schließlich wurden Gesundheitsstationen und -zentren aufgebaut.

Ein Projektbeispiel: Die "Daughters of St. Mary", ein sozialdiakonischer Schwesternorden, arbeitet, angestoßen von der französischen "Schwester Emmanuele", in den Müllstätten Kairos. Mit Hilfe des Bischofs Athanasios konnte dort ein christliches Zentrum eingerichtet werden, das sich um junge Frauen mit familiären Problemen kümmert, ein kleines Krankenhaus unterhält sowie ein Qualifizierungszentrum für junge Menschen in den Bereichen Autoschlosserei, Schneiderei, Schreinerei und seit 1999 auch eine Werkstatt zur Reparatur von Klimaanlagen. In Ezbet El Nakhl unterhalten die Schwestern eine Schule mit Kindergarten für 1.400 Heranwachsende, so dass auch die Töchter und Söhne der Müllsammler in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen können.
Zu einzelnen Einrichtungen in den Müllgebieten sind direkte Partnerschaften entstanden. Der Kontakt ist regelmäßig und wechselseitig.

Das Feedback der deutschen PartnerInnen ist gewaltig: Für das Dorfhelferinnen-Programm gegen die Genitalverstümmelung stellten die BesucherInnen des Schlussgottesdienstes am Kreiskirchentag im Jahr 2000 mit ihrer Kollekte dem Bischof fast 6000 Mark (3000 Euro) zur Verfügung.

Aus der Hilfe zur Selbsthilfe ist eine Partnerschaft geworden: Seit 1995 reisen kleine Gruppen aus dem Kirchenkreis nach Ägypten. Dort treffen sie StudentInnen aus der Diözese und junge Leute aus dem Müllgebiet in Ezbet El Nakhl. Auch Partnerschaften zwischen Schulen aus Ägypten und solchen aus dem Kirchenkreis sind im Entstehen.

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Links und Tipps:

  • Superintendent Ferdinand Isigkeit besuchte Ägypten - 10 Bilder.