Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt bittet Landrätin um Gesprächsbereitschaft
Weder Scharfmacherei noch Populismus, sondern den "Geist der Besonnenheit" in der Diskussion um den Steinkohlebergbau fordert der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt Region Duisburg/Niederrhein (KDA) von der Landrätin des Kreises Wesel. Mit seinem offenen Brief an Birgit Amend-Glantschnig reagiert Pfarrer Jürgen Widera, im KDA zuständig für den Bereich Bergbau, auf jüngste Pressemeldungen. Danach hat die Landrätin gegenüber der Deutschen Steinkohle AG angekündigt, künftig nicht mehr an Gesprächsrunden zu den Rahmenbetriebsplänen teilnehmen zu wollen.
Kritik überholt Zwar seien in der Vergangenheit Fehler in der Informationspolitik der Kohle gemacht worden, doch diese Kritik sei mittlerweile nicht mehr zutreffend. „Im Gegenteil: In den vergangen Monaten haben ich und andere kirchliche Verantwortliche verschiedene Gespräche geführt mit den Vertretern der DSK und der Gewerkschaft wie auch der Bürgerintiative BIB. ... In all diesen Zusammenhängen sind wir durchweg auf große Offenheit und Informationsbereitschaft gestoßen.“
Gemeinsam nach Lösungen suchenAls oberste Vertreterin der Bürgerinnen und Bürger der Region appelliert Widera an die Landrätin, in der Frage der Rahmenbetriebspläne – wie die Kirchen in der Region - nicht einseitig Partei zu ergreifen und mit allen im Gespräch zu bleiben. Denn den „Grundkonflikt zwischen Ökologie und Arbeit kann man nicht einfach nach einer Seite hin auflösen. Wir sind allerdings der Meinung, dass unsere Region auf einen lebendigen Bergbau zumindest mittelfristig nicht verzichten kann. Und wir sind der Meinung, dass die zentrale Forderung, für die wir und viele Tausende Menschen am Niederrhein in den 90erJahren auf die Straße gegangen sind, nach wie vor gültig ist: Entlassungen vermeiden und den Strukturwandel sozialverträglich gestalten! Wie aber soll das gelingen, wenn man dem Bergbau die Grundlage für die Kohleförderung nimmt? Deshalb sollte aus unserer Sicht alles Erdenkliche getan werden, im Konflikt um die Rahmenbetriebspläne Lösungen zu finden, die den Bergbau erhalten helfen und gleichwohl dem Anspruch der Nachhaltigkeit genügen.“
(Pressereferat | 2001-08-02)