Klare Worte im Land der Kohle

"Auch angesichts der Unaufhaltsamkeit des Wandels wollen wir nach wie vor von Hoffnung reden", ließ sich Präses Kock nicht klein kriegen. Humanisierung der Arbeitswelt, ein gemeinsamer Tisch für die, die um ihre Arbeitsplätze bangen und die, die Schäden durch den Bergbau befürchten sowie Recht auf Arbeit, forderte der Talarträger gestern abend in der Kamp Lintforter Christuskirche vor etwa 2000 GottesdienstbesucherInnen.

"In Sorge um die Region. In Zukunft nur Gemeinsam." hieß das Thema des Gedenkgottesdienstes. Anlässlich der zehn Jahre, die seit dem Pattberggottesdienst 1991 ins Land gezogen sind, hatte der Arbeitskreis Bergbau zum Gedenken aufgerufen und dazu, die Perspektiven der Region zu orten. Neben Gewerkschaftlern, Politikern und evangelischen sowie katholischen Pfarrern gestaltete der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, den Gottesdienst.

Aus der Schöpfungsgeschichte leitete er ab, was für die Region notwendig ist: "eine energische Politik, die den Menschen Alternativen bietet, auch denen, die im Bergbau selbst keine Zukunft haben", Klarheit, was "über 2005 hinaus in diesem Land mit der Kohle geschieht" und Investitionen. "Aber das Problem der Arbeitslosigkeit ist nicht die Faulheit und Unbeweglichkeit von jungen Menschen. Wenn die Politik ihr Versprechen, die Arbeitszahlen wirklich spürbar zu senken, nicht einhält, darf sie nicht die Schuld auf die abwälzen, die keine Arbeit haben. Das ist unredlich und nicht fair. Es darf uns doch nicht - nach Art der Stammtische - eingeredet werden, die hohe Arbeitslosikgkeit sei Schuld der Arbeitslosen", stellte Kock klar.

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(Pressereferat | 2001-08-28)Diese Nachricht drucken