
Mbio, mbio" - "Auf, auf" - so beginnt fast jedes Konzert des Ruanda-Chores Neukirchen. 14 junge Erwachsene der Kirchengemeinde unter Leitung von Pfarrer Manfred Mielke bilden seit drei Jahren die deutsche Hälfte eines Chores, dessen andere Hälfte in Ruanda lebt. Diese Chorgemeinschaft ist eingebettet in die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Moers und der Presbyterianischen Kirche Ruandas, Region Kigali.
Chor auch mit Gesten
"Mit Trommeln, Öldosen und Gitarren wird das Repertoire angereichert, das in der Landessprache Kinyarwanda gesungen wird. Dessen Inhalte sind dadurch erahnbar, weil der Chor auch die Gesten mit erlernt hat", erläutert Mielke. "Die Gospel, die eher der Ethno-Music zuzuordnen sind als englischsprachigen College-Chören, sind in der Zusammenarbeit der beiden Chöre entstanden."
Überwältigendes Erlebnis
2001 war der Chor bereits in Ruanda und hat über Ostern Lieder des Leidens Jesu und der Auferstehungskraft Gottes kennengelernt - "von einigen der 400 Jugendchöre, die Gottesdienste in Ruanda zu einem überwältigenden Erlebnis machen," erzählt Mielke. 2002 war der ruandische Teilchor zu Besuch - "über Pfingsten und nicht zufällig zum Thema ,Spiritualität'".
Der nächste Besuch
Jetzt steht der nächste Besuch an: Gestern, 29. Juli, empfing der Chor in der Johanniskirche auf dem Rayener Berg Reisesegen und Fürbitten. Moergen, am 31. Juli, geht es von Brüssel nach Kigali. Am 22. August werden die Reisenden wieder zurückerwartet.
Workshops
Auf Wunsch der afrikanischen Freunde stehen diesmal workshops im Vordergrund der Reise: "Sonorisation", also gemeinsames Intonieren, Gitarre-Stimmen, Notenschreibweise und Cassettenaufnahme. Der Besuch soll zu einer Hilfe zur Selbsthilfe werden, denn die 14 Neukirchener bilden mit 12 ruandischen Choristen eine Lern- und Lehrgemeinschaft für 22 Jugendliche aus den Chören der Region.
Heilsame Kräfte
"Musik hat wohltuende, ja heilsame Kräfte", erklärt Mielke: "Die Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg und den erlebten Traumata gelingt in Trommel, Tanz, Gesang und Gospelgemeinschaft spontan und vielschichtig."
Partnerschaft lebendig
Superintendent Ferdinand Isigkeit, zu Beginn des Jahres selbst zu Besuch in dem afrikanischen Land, begrüßt die Reise: "Ich freue mich, dass diemittlerweile fast 20 Jahre alte Partnerschaft durch unsere gegenseitigen Besuche so lebendig ist."
Bericht von der Reise in Johanniskirche
Im Gottesdienst am 29. August wird der Chor in der Johanniskirche auf dem Rayener Berg von der Reise berichten. Wer die Partnerschaft unterstützen möchte: Eine CD des Doppelchores kostet fünf Euro, Spenden, z. B. für den Transport von ärztlichen Hilfsmitteln, sind herzlich willkommen. Infos bei Pfarrer Mielke unter 02845/94665.
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