"Soll ich meines Bruders Hüter sein?" - Interkulturelle Woche 2004 beginnt am 25. September

"Soll ich meines Bruders Hüter sein?" Um diese Frage aus dem Alten Testament geht es im Gottesdienst am 25. September um 17 Uhr in der Stadtkirche Moers. Grund des Gottesdienst ist der bundesweite Beginn der Interkulturellen Woche vom 25. September bis 3. Oktober. Sie steht wie im vergangenen Jahr unter dem Leitwort "Integrieren statt Ignorieren".
Im Moerser Gottesdienst predigt Pfarrer Rainer Bushe, den liturgischen Rahmen gestaltet Pfarrer Reinhard Schmeer zu Beispielen schwieriger und gelungener Integrationsarbeit in Moerser Kirchengemeinden.

Zum besseren Verständnis beitragen

Die "Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche" ist eine bundesweite Initiative der christlichen Kirchen. Sie wird von Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten, Ausländerbeauftragten und deutsch-ausländischen Initiativgruppen unterstützt. Ziel sind bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Ausländern. Durch Begegnungen und Kontakte auch im persönlichen, nachbarschaftlichen Bereich will die Interkulturelle Woche zu einem besseren Verständnis untereinander und zum Abbau von Vorurteilen beitragen. Die Anfänge der Initative gehen schon auf das Jahr 1975 zurück.

Jedem Mensch kommt als Ebenbild Gottes gleiche Würde zu

In ihrem gemeinsamen Leitwort zur "Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche" 2004 verweisen Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sowie Metropolit Augoustinos, Griechisch-Orthodoxer Metropolit von Deutschland, auf das christliche Menschenbild, "wonach jeder menschlichen Person als Ebenbild Gottes die gleiche Würde zukommt. Wenn wir die Arbeitskraft von Migranten in Anspruch nehmen wollen, müssen wir ihren elementaren Rechten Rechnung tragen; wenn wir ihre Integration wollen, müssen wir auf ihre eigene kulturelle und religiöse Tradition Rücksicht nehmen. Wohl erwogene eigene Interessen dürfen uns nicht blind dafür machen, wenn aus Gründen der Menschlichkeit unsere Hilfsbereitschaft gefordert ist. Deshalb setzen sich die Kirchen unter anderem für Menschen ohne gültige Papiere ein und verwenden sich dafür, dass die humanitäre Hilfe für sogenannte ‚Illegale' nicht in den Geruch der Strafbarkeit kommt." Kein Mensch dürfe der absoluten Rechtlosigkeit ausgeliefert sein. Da der Schutz von Ehe und Familie für die Kirchen ein wichtige Gut sei, gäbe es wenige Gründe, die ein Verbot rechtfertigten, wenn Minderjährige aus ausländischen Familien nicht zu ihren Eltern kommen könnten. Menschen, die Zuflucht suchten, müssten Anspruch auf gewissenhafte und gerichtliche Prüfung ihres Flüchtlingsschicksals haben haben.

"Ich bin Moslem, du bist Christ, ihr seid Juden"

Eine interreligiöse Veranstaltung inmitten von Maschinen und Werkbänken markiert den Auftakt der Interkulturellen Woche in Duisbug. Am Freitag, 1. Oktober, 16 Uhr laden die Veranstalter, darunter Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften interessierte BesucherInnen zur Feierstunde der Religionen in eine Ausbildungshalle von ThyssenKrupp, Franz-Lenze-Str., Duisburg-Hamborn. Unter dem Titel "Ich bin Moslem, du bist Christ, ihr seid Juden" werden evangelische und katholische Geistliche, Vertreter der Moscheevereine, der alevitischen Gemeinde und der jüdischen Gemeinde Beispiele aufzeigen des Zusammenlebens der Religionen und Kulturen. Lieder, Tänze, und Gebete geben Einblicke in die Glaubenswelt der jeweiligen Tradition, Auszubildende von ThyssenKrupp berichten über Erfahrungen des Miteinanders in der Lebens- und Arbeitswelt. "In diesem Jahr ist es uns erstmals gelungen, eine Feierstunde unter Beteiligung der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen zu veranstalten: Sunnitische und alevitische Muslime, Juden und Christen," freut sich Pfarrer Jürgen Widera vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA). Die offizielle Eröffnung der Interkulturellen Wochen beginnt um 17 Uhr in der Aula des Ausbildungszentrums.

Links zum Thema:

  • Das gemeinsame Wort von Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sowie Metropolit Augoustinos, Griechisch-Orthodoxer Metropolit von Deutschland, und weitere Informationen zur Interkulturellen Woche sind im Internet abrufbar unter www.interkulturellewoche.de.
  • Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)

(Pressereferat | 2004-09-21)Diese Nachricht drucken