UCC-Pastorin in Hoerstgen: Nicht nur mit Worten Verschiedenes zusammenbringen, sondern auch mit der Nähmaschine

Ein Jahr wird Virginia Pyck, die US-amerikanische Pastorin mit Nähmaschine und Laptop, die Pfarrer in Hoerstgen bei ihrer Arbeit unterstützen. Dabei lernt sie nicht nur die deutsche Art, Glauben zu leben kennen. Ganz praktisch lehrt sie auch, Patchworkdecken zu nähen. Am 9. September wird sie in Sevelen um 9.30 Uhr und in Rheurdt um 10.30 Uhr vorgestellt. Anschließend gibt es eine Mitbringparty nach amerikanischem Vorbild: Die BesucherInnen sollen etwas zu Essen mitbringen.

Virginia Pyck - ihr Nachname spricht sich Pick aus - ist Pfarrerin der United Church of Christ (UCC). Mit dieser Kirche unterhält der Kirchenkreis Moers seit mehr als 20 Jahren eine Partnerschaft.

Ein bisschen Heimweh hat die 54jährige schon. "Aber ich bin es gewöhnt", sagt sie. Gewöhnt ist sie es, weil sie im Bundesstaat Wisconsin immer nur Jahresverträge abschließt. So zieht sie häufig von Ort zu Ort. Auch das ein Unterschied zu der deutschen Kirche, die sie kennenlernen möchte.

Deutsch hat sie während des Studiums gelernt und beim Goethe-Institut. Die letzten vier Wochen in einem Crash-Kurs in Bayern. Von dort aus fuhr sie auch nach Dachau. "Ich habe viel gelernt über die nationalsozialistische Zeit", sagt sie. Ein schockierender Kontrast, den sie erlebte, nachdem sie in Salzburg ein Konzert besucht hatte.

Nicht nur diesen Kontrast will sie nächstes Jahr nach Amerika mitnehmen. Sondern auch die Erfahrungen aus den Kontakten, die sie knüpft. Die Mutter dreier erwachsener Kinder wird Frauengruppen oder KonfirmandInnenkreise besuchen und dort über die Verschiedenheiten und die Gemeinsamkeiten diskutieren. Sie wird aber auch an die Krankenbetten gehen. Bislang fühlt sie sich im Kirchenkreis sehr willkommen. "Die Konfirmanden waren sehr interessiert", stellt sie fest.

Noch ein Jahr besteht auch für andere Gemeinden die Möglichkeit, sie kennenzulernen. Und wer lernen möchte, Patchworkdecken zu nähen: Die Farmerstochter bietet workshops an. Schnittmuster dafür hat sie im Laptop gespeichert. Das hat sie als Wichtigstes neben ihrer Bibel mitgebracht. Und neben der Nähmaschine.

(Pressereferat | 2001-09-06)Diese Nachricht drucken