Mit Stolz den Namen Mensch tragen -
Christen und Muslime feierten in Meerbeck gemeinsamen Gottesdienst

Pfarrer Maes brachte es auf den Punkt: "Wir tun das, was wir in Moscheen und Kirchen immer tun: beten" - und drückte damit wohl aus, dass Christen und Muslime in Moers sich eine bestimmte Diskussion nicht aufzwingen lassen: Seit den Anschlägen in den USA werden in einigen christlichen Ländern Muslime diskriminiert oder können gar ihres Lebens nicht mehr sicher sein. Signale dagegen setzten etwa 400 Christen und Muslime am 21.9.2001 in der Meerbecker Johanneskirche mit dem gemeinsamen Gottesdienst. Das Thema: "In Sorge miteinander".

Getiakata Ali, der Vorbeter der Moschee Römerstraße, las für alle Muslime aus dem Koran und betete auf türkisch. Unter anderem um den rechten Weg. In den Fürbitten hieß es "Wir sorgen uns um die pauschale Verdächtigungen gegen Muslime, die das Zusammenleben auch in unserer Gemeinde stören können." Und von christlicher Seite kam die Bitte um das "besonnene Verhalten der Amerikaner" hinzu.

Das abschließende UNO-Gebet nahm jedoch die Menschen für den sozialen Zustand des Planeten in die Pflicht: "Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen." Große Worte. Denn draußen, am Ausgang, war das Kondolenzbuch für die Opfer der Katastrophe in den USA noch gar nicht geschlossen.

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(Pressereferat | 2001-09-21)Diese Nachricht drucken