
Die diesjährige Erntedankwoche ist für mich besonders dicht gedrängt: Familiengottesdienst, Kindergottesdienst, Erntedankgottesdienst im Krankenhaus Bethanien und der 70. Geburtag meiner Mutter. Bei den Vorbereitungen für diese Ereignisse begleiten mich die verschiedenen Wahrnehmungen dieses Festes – säen, ohne zu ernten. Geschenkt bekommen, was man zum Leben braucht. Zu ernten, was man gesäet hat.
Wir ernten keine Kartoffeln mehr in unseren Gärten und trotzdem ist Erntedank Bestandteil unseres Lebens und sei es als unsäglicher Halloween-Kult. Diese Jahreszeit lehrt uns, auf Übergänge zu achten, auf Werden und Vergehen, auf Wachsen und Reifen. Danken kommt vom Denken. Ich denke nicht oft nach über die Schätze in meinem Leben. Was macht es reich? Kinder, Gesundheit, Beruf, Freundinnen und Freunde, alle Liebe, die ich im Laufe meines Lebens empfangen habe. Der Blick auf unsere Schätze mobilisiert uns. Dankbarkeit hilft aus dem Mürrrisch-Sein heraus, sie weitet den Blick. So gewinnen wir Zuversicht und nehmen auch andere in den Blick. Unser aller Leben – das behaupte ich mutig - ist reich an Schätzen: an denen, die uns zufallen. Denen, die wir erarbeiten. Aber auch denen, die wir noch heben können. Wir buddeln nur manchmal an der falschen Stelle. Dabei liegt mancher schon vor uns. Erntedank ist auch eine Möglichkeit, uns daran zu erinnern.