Kirchenkreis unterstützt afghanisches Krankenhaus

Afghanistan nach dem 11. September, 65 km südwestlich von Kabul: "Das Chak-e-Wardak-Hospital wird von Kranken und Hilfesuchenden umlagert," erzählt die Krankenschwester Karla Schefter. Jeden Tag kommen mehr als 100 PatientInnen von weit her, um medizinische Hilfe zu bekommen. Doch diese Zahlen liegen einen Monat zurück, bevor die Krankenschwester und Gründerin des Krankenhauses aus Afghanistan ausreisen konnte. Und noch vor den Bombardements.
Nicht nur die machen eine Unterstützung der afghanischen Bevölkerung nötig. Am kommenden Freitag (9. November 2001) stellen die Synodalen des Kirchenkreises Moers deshalb die gesamte Kollekte des Gottesdienstes diesem Krankenhaus zur Verfügung. Entschieden haben dies die Mitglieder des Kreissynodalvorstandes aus guten Gründen:
Das Krankenhaus, 1989 gegründet, ist als eines der besten im Land anerkannt - auch von den Taliban. Nach Angaben der Medeor-Homepage garantiert es die medizinische Grundversorgung für über 400.000 Menschen. 24 Betten gibt es für Frauen, 24 für Männer. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt berichtet Gründerin Schefter: "Von den 42 000 Patienten im vergangenen Jahr waren 70 Prozent Frauen und Kinder. Wir haben ein eigenes Frauen- und Kinderkrankenhaus (...), sieben Ärzte: drei Chirurgen, drei Internisten und zwei Gynäkologen." Von den fast 50 MitarbeiterInnen kümmern sich mehr als zehn Frauen um die Gesundheit der Bevölkerung - eine Besonderheit in einem Land, in dem Frauen nicht arbeiten dürfen. Nach Angaben von Geenpeace wurden im Mai 2000 16.144 Jungen und Mädchen gegen Polio geimpft, seit Gründung wurden mehr als 150 000 Kranke behandelt.
Zur traurigen Gesundheitsstatistik im Land mit mehr als zehn Jahren der Kriege gehört "jedes Jahr Typhus, und jetzt gerade ist die Cholera ausgebrochen. 70 Prozent unserer Patienten leiden unter psychischen Störungen, hauptsächlich Depressionen. Denen können wir nur Beruhigungsmittel geben, Psychiater und Psychotherapie gibt es nicht. Viele Menschen leiden an Infektionen wie Hepatitis, Tuberkulose und Diphtherie. Hauptursachen der Kindersterblichkeit sind Durchfallerkrankungen wie Amöbeninfektionen und Typhus", so Shefter im Abendblatt.
Darüber hinaus nimmt das Krankenhaus auch eine weitere Aufgabe wahr, die nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Frauenemanzipation zugute kommt: Frauen zu Hebammen, Krankenschwestern, Impfassistentinnen und Betreuerinnen für Behinderte auszubilden. Sicher die beste Methode, bessere Bedingungen für die Bevölkerung herzustellen.
Die Kollekte fließt auf das
Konto des Komitees zur Förderung humanitärer und medizinischer Hilfe für Afghanistan e.V.
Kontonummer: 181 000 090
Bankleitzahl: 440 501 99
Stadtsparkasse Dortmund.
Weitere finanzielle Unterstützungen kann das Hospital gebrauchen.
Weitere Infos beim
Diakonischen Werk Kirchenkreis Moers, Telefon: 02841 - 100 145.
(Pressereferat | 2001-11-05)