Reformation - Was macht die Kirche zur Kirche?

Die Ursprünge des Reformationstages reichen in das 16.Jahrhundert zurück. Damals ging es um die Frage: Was macht dieKirche zur Kirche? Martin Luther kam durch das Lesen der Bibel zu derfesten Überzeugung, für die er Zeit seines Lebenskämpfte: Es ist die Botschaft von Jesus Christus, die dieKirche zu verkündigen hat. Die katholische Kirche so, wie sieLuther als Mönch erlebte, erfüllte diesen Auftragschon längst nicht mehr. Aus diesem Grunde wollte er dieKirche reformieren, d.h. zurückführen zu ihremAuftrag. Luther wollte keine neue Kirche gründen, sondern diebestehende verändern.

Die sog. Reformatoren MartinLuther,Ulrich Zwingli und später Johannes Calvin wollten dieBotschaft von Jesus Christus neu ans Licht bringen, die ihrer Meinungnach im ausgehenden Mittelalter für die Menschen verborgen imDunkeln lag. Die Menschen waren religiös, sie warenchristlich, sie waren katholisch. Es wurden unzählige Messengehalten, aber nur in lateinischer Sprache, die niemand verstand. Eswurde zwar aus der Bibel gelesen, aber nur in Latein. Die Menschenwaren religiös, aber sie kannten das Evangelium nicht. Schulddaran war die Kirche, die es ihnen vorenthielt.

Was macht die Kirche zur Kirche? Welche Botschaft verbinden dieMenschen heute mit ihr? Sind es die vielgestaltigen Klagerufeüber Finanzprobleme und rückläufigeMitgliederzahlen? Ist es der Apell zu mehr sozialer Gerechtigkeit undder Aufruf zu Spenden? Was fällt Ihnen als erstes beimStichwort „Kirche“ ein? Ich glaube, auch heute istdie Botschaft von Jesus Christus vielen Menschen unklar, unbekannt undzu weit weg. Auch wenn wir heute die Bibel in deutscherÜbersetzung haben, wird sie doch nur von wenigen gelesen. DieReformatoren vertraten den Grundsatz: „ekklesia semperreformanda est“ - die Kirche ist beständig zureformieren. Reformation kann also nicht nur ein Geschehen in derVergangenheit sein, sondern ist eine bleibende Aufgabe für dieKirche von heute.

Stefan Vogt, Pfarrer der ev.Kirchengemeinde Vluyn
zum Reformationstag am 31. Oktober 2005

(Pressereferat / Stefan Vogt | 2005-10-31)Diese Nachricht drucken