Heikle Themen und brisante Entscheidungen -
Synodale nehmen kein Blatt vor den Mund

Heikel waren die Entscheidungen, die die Synodalen des Kirchenkreises Moers vergangen Samstag, 10. November 01 zu treffen hatten. Trotz der Terroranschläge am 11. September und trotz des Regimes der Taliban fassten sie eine Erklärung: "Dennoch appellieren wir dringend an die Bundesregierung, ihr internationales Gewicht für ein Ende der massiven militärischen Aktionen einzusetzen" erklärte die Synode in Rumeln-Kaldenhausen. "Wir bitten die Verantwortlichen in den Kirchen und alle Christinnen und Christen in der Öffentlichkeit für das sofortige Ende der Militäraktionen, für den definitiven Ausschluss einer deutschen Beteiligung und für eine an Menschenrechten orientierte internationale Rechtskultur einzutreten." In Übereinstimmung wussten sich die Synodalen mit den Partnerkirchen der UCC/USA und dem Rat indonesischer Kirchen.

Vorausgegangen war eine hitzige Diskussion. Dennoch entschieden sich die Synodalen mit deutlicher Mehrheit für die Erklärung. Superintendent Dr. Thiesbonenkamp betonte, nicht alle, die gegen den Beschluss seien, hätten für den Krieg gestimmt. (Zum Thema Krieg gibt es auch ein Diskussionsforum.)

Der Sorge um das Wohl der Afghanen war die Kollekte geschuldet. 1502,66 Mark und 2 Gulden brachte sie für das Chak-e-Wardak-Hospital, etwa 65 km südwestlich von Kabul

Die klare Absage an militärische Gewalt seitens der Anti-Terrorkoalition ging einher mit dem Superintendentenbericht vom Vortag: Er bemerkte eine deutliche Zuwendung zu Religion seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York. Gleichwohl müsse man fragen, welche Bedeutung die Religion für die Menschen hätte: Einerseits könne sie zum Frieden beitragen, andererseits werde mit ihr auch Extremismus begründet.
Thiesbonenkamp sprach sich mit Blick auf die bundesdeutsche Realität konkret für "ein wirkliches Miteinander" von Türken und Deutschen aus, den beiden größten Gruppen mit religiösen Angehörigen. "Wir sollten mithelfen, dass Muslime hier leben können und ihren Glauben leben." An den Schulen sollte muslimischer Religionsunterricht in deutscher Sprache erteilt und in den Städten Ghettobildung vermieden werden.

Den Bericht gibt es zum Lesen (einfach klicken) oder Herunterladen (mit rechter Maustaste auf Link klicken, im aufklappenden Kontextmenü "Ziel speichern unter..." wählen. Für Apple-BenutzerInnen: Maustaste auf Link gedrückt halten, dann im Kontextmenü Option wählen. (PDF-Format, 54 kb klein - Voraussetzung: Der Acrobat Reader ist auf dem Rechner (installiert).)


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(Pressereferat | 2001-11-12)Diese Nachricht drucken