
Ferdinand Isigkeit zum Tod von Hanns Dieter Hüsch
Hanns Dieter Hüsch erinnere ich als einen Christenmenschen der besonderen Sorte - mit messerscharfem Verstand, von tiefer Menschlichkeit, unaufdringlicher Sprachgewalt, mit unbestechlichem Blick auf die Menschen und ihre Welt. Ein Christenmensch, der seiner Kirche konsequent und konstruktiv den Spiegel vorhielt, sie kritisierte, sich an ihr rieb, sie liebte und sich nicht auf einen bequemen Beobachterposten zurückzog. Und in seinem Glauben zuhause war.
Das habe ich selber erleben dürfen: 1988 bereiteten wir den Gottesdienst zum Kreiskirchentag vor. Das Thema: "Mein Stolperstein wird Hoffnungsberg", Prediger war Hanns-Dieter Hüsch. Bereits das vorbereitende Telefonat war aufschlussreich. Präzise und zielgerichtet stellte er seine Fragen, ein Profi. Dann bekamen wir im Schlosshof eine eindrucksvolle Predigt zu hören. Facettenreich wechselte die Sprache zwischen Prosa und Poesie, über die Stolpersteine des Lebens zur Hoffnung, die trägt. Ganz nah bei uns, den Zuhörenden war er und mit ihm das Wort.
Der Kirchenkreis Moers hat Hanns Dieter Hüsch viel zu verdanken: Er hat u.a. dem Tersteegen-Jubiläum 1997 wichtige Impulse gegeben, ist Namengeber für das Projekt "Tach zusammen" der ev. Kirchengemeinden 1998 in Rheinhausen, ist 1994 zum 10jährigen Jubiläum der Erwachsenenbildung aufgetreten, beim Kreiskirchentag, bei verschiedenen Lesungen in der Stadtkirche Moers. Hanns Dieter Hüsch war für seine Heimatgemeide immer greifbar, hat zur Verfügung gestanden und dazu beigetragen, Kirche nicht nur sichtbar, sondern auch humorvoll zugänglich zu machen. Gott liebt fröhliche Menschen... Wir vermissen ihn.