"Ohne Jugend sieht Kirche alt aus" - Lutz Zemke seit 25 Jahren im Dienst der Ev. Kirche

Das Schlagwort hat ihn immer umgetrieben: "Ohne Jugend sieht Kirche alt aus." Lutz Zemke ist seit 1981 bei der Ev. Kirche beschäftigt, seit 1986 arbeitet er als Jugendreferent des Kirchenkreises Moers - er weiß also von berufswegen, wovon er spricht.

Seine erste Begegnung mit Kirche hatte der Irlandfan als Teilnehmer an Kindergottesdiensten, später als Kindergottesdiensthelfer und Konfirmand. An sich selbst hat er erlebt, was sich später u.a. in der Arbeit als Gemeindepädagoge für Jugendarbeit und Religionslehrer in der Kirchengemeinde Adenau immer wieder bestätigt hat: "Zuerst nehmen Kinder und Jugendliche die Menschen wahr, wenn sie mit ev. Jugendarbeit in Kontakt kommen. Erst dann kommt der Inhalt – was erzählen mir diese netten Menschen vom Leben, vom Glauben und wie leben sie das selbst."

Jugendliche Teil der Gemeinde

Zemke studierte Theologie sowie Religions- und Gemeindepädagogik. Ursprünglich wollte er Pfarrer werden, doch dann kam es anders als gedacht und der dreifache Vater hat seine Aufgabe als Mittler und Ermöglicher gefunden: "Mir ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen Gemeinde nahe zu bringen, damit sie die als Heimat erleben können. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Gemeinden und Presbyterien Jugendarbeit nicht als eine Art Vorhof von Gemeinde sehen, sondern Jugendliche von vornherein als Teil der Gemeinde willkommen heißen." Dass dieser Anspruch aufgeht und die Gemeinden des Kirchenkreises Moers Jugendarbeit wertschätzen, zeigt sich auch daran, dass es zahlreiche hauptamtliche Mitarbeitendende gibt, "das ist eine Besonderheit."

Arbeit ist vielseitig

Die Arbeit des geborenen Gladbeckers ist vielseitig: Er verzahnt die ev. Jugendarbeit mit der kommunalen, arbeitet in Gremien, leistet Beratungsarbeit in den Gemeinden, organisiert und koordiniert Angebote und Weiterbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche, wirbt Mittel ein und ist maßgeblich mitverantwortlich für die Organisation von Events wie dem Jugendcamp im Juni. Zemke ist es besonders wichtig, den Jugendlichen "ein Rüstzeug zu geben, sie auszubilden". Geschätzte 2.400 Jugendliche hat er in den vergangenen zwei Jahrzehnten als Jugendreferent ausgebildet: "Jugendliche, die auf Veranstaltungen halfen, Freizeiten vorbereiteten, mitorganisierten und durchführten, die in Gremien mitgearbeitet haben und hoffentlich für ihr Leben etwas mitgenommen haben." Besonders wichtig ist Zemke die gute Zusammenarbeit und Kommunikation mit den hauptamtlichen Jugendmitarbeitenden in den Gemeinden und die Verschränkung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, denn "so können alle mitgestalten und haben Teil an ev. Jugendarbeit."

Hält Jugendarbeit jung?

Hält Jugendarbeit jung? "Abnutzungserscheinungen körperlicher Art" stellt der 53jährige zwar schon bei sich fest, aber die Beweglichkeit im Kopf sei geblieben. Und die Freude daran, mit und für Jugendliche auf professionelle Art Teilhabe an Gemeinde und Gremien zu gewährleisten.

(Pressefererat | 2006-09-13)Diese Nachricht drucken