Reaktion von Ferdinand Isigkeit, Superintendent des Kirchenkreises Moers, auf die Entwicklung bei BenQ in Kamp-Lintfort:

Ist das wirklich die Globalisierung? Oder tut man der zunehmenden internationalen Verflechtung in in allen Lebensbereichen, wie Wirtschaft, Politik und Kultur Unrecht, wenn man sie als Erklärung bemüht angesichts der Entwicklung bei BenQ? Die gefühlte Kaltschnäutzigkeit, mit der die Mitarbeitenden in Lintfort behandelt wurden und werden, hat mich entsetzt. Nachdem dieselben Mitarbeitenden in der Vergangenheit zu erheblichen Zugeständnissen bereit waren, lässt man sie nun im Regen stehen, ohne Vorwarnung, ohne den Versuch einer Erklärung. Ich bin auch entsetzt, weil ich befürchte, dass dieser Stil in Deutschland in anderen Konzernen Schule machen könnte.

Der Kirchenkreis Moers steht an der Seite der Belegschaft von BenQ in Kamp-Lintfort und an der Seite ihrer Familien. Es sind nicht allein 1600 Mitarbeitende, die sich um ihre Zukunft sorgen müssen, sondern auch (Ehe)Partner und Kinder. Nicht zu vergessen die Folgen für Handwerk und Handel in der Region, die von der Kaufkraft ihrer MitbürgerInnen abhängig sind.

Ich will aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Phantasie und die Hoffnungskraft der Verantwortungsträger, die guten Willens sind, zukunftsfähige Lösungen für die Betroffenen hervorbringt. Die Ev. Kirchengemeinde Lintfort steht in Kontakt mit den Betroffenen und auch der Kirchenkreis Moers wird nach Möglichkeiten suchen, sich für die Mitarbeitenden einzusetzen.

(Pressefererat | 2006-10-04)Diese Nachricht drucken