Mit Eltern, Mitarbeitenden und Trägervertretern Handbuch geschrieben - Kita-Referats-Leiterin im Kirchenkreis Moers, Annelore Brosien, wird verabschiedet

Viel hat sie bewegt, viel Zukunftsträchtiges erarbeitet in den 14 Jahren, die sie im Kirchenkreis Moers das Referat „Tageseinrichtungen für Kinder“ leitete. Jetzt geht sie in den Vorruhestand. Der Kirchenkreis Moers und geladene Gäste verabschieden sich von ihr am 26. Oktober mit einem Gottesdienst in der Friedenskirche Rheinhausen und einem anschließenden Empfang.

Lehrauftrag an der Fachhochschule Bochum

Annelore Brosien war von Anfang an mit Herz und Seele im Bereich der Kinderpädagogik tätig, zuerst als Erzieherin, in der Gruppenleitung, dann in der Leitung einer Kita. Im Diakonischen Werk Velbert arbeitete sie in der sozialpädagogischen Familienhilfe. Als Sozialarbeiterin im Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes Essen lernte sie auch die schwierigeren Lebensumstände von Kindern und Jugendlichen kennen. Anschließend kam sie zum Kirchenkreis Moers als Fachberaterin für die Kindertageseinrichtungen. In den vergangenen Jahren gab die studierte Sozialarbeiterin ihre Erfahrungen zudem in einem Lehrauftrag an der Fachhochschule Bochum an die junge Generation weiter.

Bedarfsorierentierte Betreuungsangebote für Familien mit Kindern

„Mein besonderes Anliegen war immer, evangelische Kitas gegenüber der Konkurrenz zu profilieren und bedarfsorierentierte Betreuungsangebote für Familien mit Kindern zu entwickeln“, erklärt die 57Jährige und weiß: „Kindergartenarbeit ist die beste Gemeindeaufbauarbeit.“
Voraussetzung dafür war die ständige Professionalisierung und Qualifizierung der Mitarbeitenden und der Träger der Ev. Kindertageseinrichtungen. Sie kümmerte sich um Fortbildungen, berief Fachtagungen ein, gründete Arbeitsgemeinschaften.

Früherkennung von Legasthenie und das Sprachförderkonzept HLL

Zu ihrer Arbeit gehörte auch, die gesetzlichen Vorgaben, z. B. zur Sprachförderung und die Bildungsdokumentation für die Praxis handhabbar zu machen. „In allen Kitas wird das Bielefelder-Screening zur Früherkennung von Legasthenie und das Sprachförderkonzept HLL – Hören, Lauschen, Lernen durchgeführt“, resümiert sie.

Einmalig im Bereich der Landeskirche

Als eins ihrer Hauptwerke betrachtete sie in den letzten Jahren das Qualitätsmanagement. Das brachte nicht nur eine Menge Überstunden, sondern auch große Befriedigung mit sich: „Am Prozess der Qualitätsentwicklung haben alle Beteiligten: Eltern, Mitarbeitende der Kitas und Trägervertreter mitgearbeitet. Herausgekommen ist ein Qualitätshandbuch, das für alle evangelischen Kitas im Kirchenkreis Moers verbindliche pädagogische und fachliche Standards festlegt, die seit drei Jahren in der Praxis umgesetzt werden. Das ist einmalig im Bereich der Landeskirche“, freut sich Annelore Brosien. Damit das nicht bei einem kurzfristigen Qualititätshoch bleibt, entwickelte sie einen Aktualisierungsdienst und ein Auditierungssystem, das zur Vorbereitung einer Zertifizierung dient.
So blieb oft wenig Zeit für die Fahrradfahrerin und Skiläuferin, sich der Entspannung bei der Gartenarbeit zu widmen.

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(Pressefererat | 2007-10-23)Diese Nachricht drucken