
Wer zwar von den Partnerschaften im Kirchenkreis Moers gehört hat, aber ihren Sinn nicht erkennt, der im gegenseitigen Geben und Nehmen, dem voneinander Lernen, dem miteinander arbeiten besteht, wird jetzt besser verstehen. Denn für den kommenden Juni ist etwas ganz Besonderes geplant: Eine gemeinsame Begegnungsreise im Rahmen der Partnerschaft von Kirchenkreis Moers und United Church of Christ (UCC) aus den USA nach Pskow in Russland. Dort ist die Intitaitive Pskow der Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) tätig.
"Durch diese Initiative konnte unter anderem ein heilpädagogisches Zentrum für geistig und schwer mehrfach behinderte Schülerinnen und Schüler entstehen. Sie fördert einen Behindertenkindergarten, mit ihrer Unterstützung konnte z. B. auch eine Werkstatt für Behinderte in Betrieb gehen," führt Pfarrer Jürgen Kunellis aus der Ev. Kirchengemeinde Hoerstgen und Organisator der Fahrt nur einige der gelungenen Initiativenprojekte auf: Insgesamt 42 Arbeitsgebiete in der Behindertenarbeit, der Bildungs- und Jugendarbeit, in Handwerksbetrieben sowie in Kultur und Kirche werden von der EKiR-Organisation betrieben oder gefördert.
Hervorgegangen ist die Initiative aus dem Besuch einer EKiR-Delegation vor 16 Jahren am Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion. Damals sollte die Bitte um Versöhnung vorgetragen werden. "Versöhnung aber ist nicht ein einmaliger Akt, sondern ein Prozess über lange Zeit", wie es auf der Internetseite der Initiative heißt.
"Wir wollen gemeinsam mit den amerikanischen Partnern einige der Einrichtungen besuchen, uns informieren und Kontakt zu den dort Lebenden und Arbeitenden aufnehmen", erklärt Kunellis. "Wir werden zudem den Bürgermeister von Pskow treffen. Mit unserer Fahrt wollen wir die Versöhnung und die Verständigung fortsetzen, die mit der Initiative Pskow schon so große Fortschritte getan hat."
Neben der Partnerschaftsarbeit stehen auch andere Programmpunkte auf dem Plan: Eine Stadtbesichtigung, die den alten Kremelbezirk umfasst, die alten Wehrmauern und des Miroschkakloster. Ein Besuch eines Museum mit eigener Ikonenschule, eine Fahrt zum Petschorykloster, wo ein Mönch durch die Klosteranlage führt und die Grabhöhlen zeigt und schließlich die Fahrt nach Puschkingora mit Besichtigung des Verbannungsortes des berühmten russischen Schriftstellers Puschkin.
Interessierte können mitfahren. 900 Euro kostet die Fahrt vom 22. bis 29. Juni 2008. Eingeschlossen sind Flug, Unterkunft, Busfahrten zu den Einrichtungen, Eintrittsgelder und natürlich die Informationen, die vor so einer Reise nötig sind und bei vorherigen Treffen weitergegeben werden. Doch wer mitfahren will, muss schnell sein. "Am 14. Dezember muss ich die Flüge buchen und unsere Gruppe soll zehn Personen nicht übersteigen". Jürgen Kunellis hat die Telefonnummer 02835 / 51 63.