
Steht der Sonntag auf der Kippe? Die einen beschwören den Segen wachsender Wirtschaft und neuer Familienkultur, wenn Eltern mit Kindern in Ruhe und gemeinsam auch sonntags shoppen gehen könnten. Und dass Maschinen nicht effektiv seien, wenn sie am Wochenende ausgeschaltet würden, mache sich im Konkurrenzkampf mit Industrien anderer Ländern bemerkbar. Also den Sonntagsschutz abschaffen, möglicherweise zugunsten höhere Wirtschaftsleistung und damit vielleicht zugunsten weiterer Arbeitsplätze?
Das sind für die anderen keine guten Argumente. Sie warnen vor der grenzenlosen Ökonomisierung des Lebens: Für die Befürworter des Sonntagsschutzes steht der Mensch und nicht die Maschine im Mittelpunkt. Wenn auch viele an diesem Tag Dienst tun, um etwa das Leben der anderen zu schützen oder angenehm zu machen, z. B. Feuerwehrleute, Polizisten, Straßenbahnschaffner etc, soll die Arbeit am Sonntag nicht zur Regel werden. Leben sei mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen – das seien falsche Werte.
Wie wertvoll ist der arbeitsfreie Sonntag uns noch? Und lässt er sich überhaupt halten? Das fragen die Teilnehmenden des Politischen Abendgebets am 6. März. Dann heißt das Thema: "Raus aus dem Hamsterrad - Zur Diskussion um den Sonntagsschutz". Das Abendgebet beginnt um 18.30 Uhr in der Ev. Stadtkirche Moers, Haagstraße. Stellung beziehen werden: Johannes Gerhards, stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung Niederrhein Kleve-Wesel, und Britta Munkler, stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin ver.di.
Der Kirchenkreis Moers, der Katholische Pfarrverband Moers/Neukirchen-Vluyn, das Diakonische Werk, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und die Ev. Kirchengemeinde Moers greifen mit ihrer Veranstaltungsreihe aktuelle Fragen in Rahmen einer liturgischen Feier auf. Der ökumenische Arbeitskreis lädt jeden ersten Donnerstag im Monat zum Politischen Abendgebet in der Stadtkirche Moers ein.