
"Was wir an Euch schätzen, ist Eure enorme soziale Kompetenz," erklärte Horst Manja, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Duisburg. Immer hätten die Mitarbeiter des Kirchlichen Dienstes der Arbeitswelt (KDA) eins vermittelt - "nicht zuletzt durch Gottesdienste: Hoffnung." Sein Wunsch, dass der KDA auch weiterhin als verlässlicher Partner zur Seite steht, sein Versprechen: "Wir werden auch zukünftig für Euch ein verlässlicher Partner bleiben."
Zehn Jahre KDA
Anlass dieser Aussage war der zehnjährige Geburtstag des KDA Region Duisburg / Niederrhein. Das Jubiläum feierte er letzten Donnerstag, 10.10.2002 in der Christuskirche in Lintfort, jene Kirche, die 1995 sechs Wochen lang Zufluchtsstätte der Bergarbeiterfrauen war und zum Zentrum des Arbeitskampfes um den Erhalt des Bergbaus wurde. Mehr als 200 Gäste waren der Einladung zum Gottesdienst und anschließendem Empfang in der Lohnhalle des Bergwerks West gefolgt, darunter der Vize-Präses der Ev. Kirche im Rheinland und ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Moers:
Gemeinschaft für jede/n - eine unverwirklichete Binsenweisheit
"Wir müssen die Gemeinschaft gestalten, damit alle, auch die Schwachen, einen Ort finden," meinte der Vize-Präses. Niemand dürfe danach bewertet werden, was er leistet. Niemals und nirgends sei diese "Binsenweisheit" (Schneider) Wirklichkeit geworden, auch nicht in Deutschland.
"Wenn wir von Reich Gottes sprechen, dann von Leitbildern für die Gestaltung der Gegenwart."
Hartz-Kommission: "Dass dadurch neue Arbeitsplätze entstehen...
Die Kirche habe dieses Reich Gottes lebendig zu halten. Das sei schwierig: 1.) Könne man noch von der Partnerschaft von Kapital und Arbeit reden? 2.) Sei die Vollbeschäftigung noch Ziel? Immer mehr sind von Arbeit ausgeschlossen mit all den Konequenzen wie möglicherweise Verzweiflung, Alkoholismus, Streit in Familien. Das taste die Menschenwürde an. Zu den Vorschlägen der Hartz-Kommission meinte Schneider: "Dass dadurch neue Arbeitsplätze entstehen, will ich erst mal sehen." 3.) Zudem seien an Maschinenlaufzeiten orientierte Arbeitszeitregelungen zu einer Macht geworden, die familiäre Gemeinsamkeit sprenge.
Wir müssen eindeutig Stellung beziehen
"Man kann wirtschaftliches Leben so gestalten, dass alle geachtet sind" - so Nikolaus Schneider. Der KDA solle einladen zum Sprechen über Menschenwürde. Er dürfe sich zwar nicht in Einzelfragen zersplittern, aber: "Es gibt Situationen, wo wir eindeutig Stellung beziehen müssen." Das gelte immer dann, wenn es heiße "Hier werden Menschen verletzt."
Schmude: "Anwalt der Schwachen und der Vernunft"
Der Präses der Synode der Ev. Kirche in Deutschland (EKD), Jürgen Schmude, bezeichnete den KDA als Anwalt der Schwachen und der Vernunft.
Niemand solle von der Nutzung seiner Fähigkeiten ausgeschlossen sein und von der Sicherung seines eigenen Lebensunterhalts. Alles müsse vermieden werden, was die Abschiebung Älterer in den Ruhestand verstärke. Die Vorschläge der Hartz-Kommission fänden bei der Kirche nicht nur vorbehaltlose Zustimmung.
Kirchlicher Dienst ist unbequem
"Der kirchliche Dienst ist alles andere als bequem - als Arbeitgebervertreter kann ich dies mit Fug sagen", betonte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Steinkohle AG. Gleichwohl freue er sich auf das 20jährige Jubiläum des KDA in zehn Jahren.
Kollekte gegen den Zwang zur Prostitution
Mit der Kollekte zum Abschluss des Gottesdienstes soll ein Schulungszentrum im Kongo unterstützt werden. Dort erhalten junge Frauen und Mädchen eine berufliche Ausbildung, damit sie nicht zur Prostitution gezwungen sind. Im Spendenaufruf wird auf die Ungerechtigkeit hingewiesen, dass Frauen weltweit zwei Drittel der Arbeit leisten, aber nur 10 Prozent des Einkommens erhalten.
Seit 1996 bestehen enge Kontakt nach Kinshasa, wo Pfarrerin Biasima Lala das Projekt der Evangelischen Frauenarbeit leitet. So sei sicher gestellt, dass die Spende ankomme.
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