
Tyrann von Genf oder sanftmütiger Gelehrter? An Johannes Calvin, der vor 500 Jahren geboren wurde und neben Martin Luther als großer Erneuerer der Kirche von größter Bedeutung ist, scheiden sich die Geister. In tausenden von Briefen hat er verfolgten Christinnen und Christen Mut gemacht. Aber er soll in seinem Wirken in Genf auch mitverantwortlich gewesen sein für die Hinrichtung eines Ketzers und steht für strenge Kirchenzucht. Eine besondere Ausstellung zum Calvin-Jahr hat die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam mit dem Reformierten Bund erstellt. Sie reist zwar durch ganz Deutschland, die Schweiz und Österreich - am Niederrhein ist sie aber nur in Hochheide zu sehen.
Eröffnet wird sie an würdigem Datum: dem für die Evangelischen Kirche so wichtigen Reformationstag, dem 31. Oktober. Eröffnen wird die Ausstellung Ferdinand Isigkeit, Superintendent des Kirchenkreises Moers nach dem Gottesdienst um 17 Uhr in der Ev. Kirche, Kirchstr. 107.
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 20. November dienstags 15-18, mittwochs 9 -12, donnerstags 15-18, sonntags 11-12 Uhr, zusätzliche Termine können unter Telefon 02066 / 30609 vereinbart werden. Auch ein Begleitprogramm hat die Kirchengemeinde auf die Beine gestellt mit Kinderbibeltag am 31. Oktober um 10 Uhr zum Thema "Calvin und der Löwe" und einem Vortrag von Pfarrer Dr. Becks "Johannes Calvin - Leben und Werk eines oft unverstandenen Reformators" am 5. November um 20 Uhr in der Ev. Kirche.
Zu sehen sind in der Ausstellung 14 Ausstellungstafeln die über Kindheit und Studium Calvins, den Erfolg der Reformation, Calvin als Briefeschreiber, den, Abendmahlsstreit, und auch den Ketzerprozess behandeln. Auch seine letzten Jahre und Tod werden dokumentiert. Nicht zuletzt der Zusammenhang von Calvinismus und Kapitalismus.