Freiwillige unterstützen junge Eltern im Baby-Stress - Ein Jahr "wellcome": Projekt hat vielen Familien geholfen / 32 Ehrenamtliche machen mit

„Ich wurde in eine Familie mit vier Kindern vermittelt. Nachwuchs war gekommen. Aber das Kind war krank und musste oft und über Wochen ins Krankenhaus. Da konnte ich auf die anderen vier Kinder aufpassen, damit die Eltern zu dem Neugeborenen gehen konnten. Die Eltern waren sehr dankbar und die Kinder sind mir richtig ans Herz gewachsen.“ So erzählt eine Ehrenamtliche, die sich beim Projekt wellcome engagiert. Seit einem Jahr gibt es das bundesweite Projekt „wellcome“ auch im Bereich des Diakonischen Werks Kirchenkreis Moers. wellcome vermittelt ehrenamtliche Frauen, die Familien in den ersten Monaten nach der Geburt eines Kindes unterstützen. Aus gutem Grund. Denn es kann alles noch so gut in die Wege geleitet sein, die erste Zeit mit Baby wirft oft selbst die beste Vorbereitung über den Haufen. Zudem stehen junge Mütter und Väter häufig alleine da, weil die eigenen Eltern und Geschwister hunderte Kilometer entfernt wohnen. Und Nachbarn sind auch immer seltener in der Lage zu helfen. Die praktische Hilfe der Ehrenamtlichen reicht vom Spaziergang mit dem Baby über das Spielen mit dem Geschwisterkind. „Nach der Geburt gibt's immer viel zu tun. Und alles ist schwierig. Schließlich ist die Situation neu oder es gibt noch andere Kinder, die auch versorgt sein wollen“, erklärt Karola Haderlein, gemeinsam mit Ina van Buren wellcome-Projektleiterin in Kamp-Lintfort. „Wir vermitteln Menschen, die in dieser Situation helfen. Im Grunde ist das organisierte Nachbarschaftshilfe.“

Bedarf viel größer

Anfangs vermittelte das Projektbüro die wellcome-Helferinnen nur den Bereich Kamp-Lintfort und Moers. Aber schnell zeigte sich, dass der Bedarf viel größer war. Rheinberg, Neukirchen-Vluyn, Rheinhausen – alle Städte und Stadtteile von Alpen bis Friemersheim kamen hinzu. Früh wurde das Projekt bei den städtischen Einrichtungen bekannt gemacht. Ebenso bei Gynäkologen, beim Arbeitskreis Frühe Hilfe des Kreises Wesel, beim Ev. Forum Kirchenkreis Moers. Eben überall, wo werdende Eltern anzutreffen sein könnten, damit sie von der Möglichkeit von wellcome erfahren.

Stiftung finanziert das Projekt

Zum einjährigen Jubiläum gab es jetzt ein kleines Treffen mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Erfahrungsberichten. Zu den Teilnehmern des Treffens kamen auch Rainer Tyrakowski-Freese, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Kirchenkreis Moers, das als Träger das Projekt im Kirchenkreis Moers leitet und  Renate Ufermann sowie Dr. Joachim Reuter, die die Niederrheinische Diakoniestiftung im Kirchenkreis Moers vertraten. Die Stiftung finanziert das Projekt.

17 Familien unterstützt

Die Zahlen, die Karola Haderlein vorlegte, sind beeindruckend: Im ersten Jahr haben 32 Ehrenamtliche mitgearbeitet. Die Frauen unterstützen nicht nur in den Familien, sondern auch als so genannte Multiplikatorinnen. Das heißt, sie erzählen in Kindergärten, Familienzentren und Schulen von wellcome. 17 Familien wurden bereits unterstützt. Und ein Ende des Projekts ist nicht in Sicht.

Rainer Tyrakowski-Freese hob in seinem Dank an die Ehrenamtlichen die Bedeutung der Arbeit für die Kinder und Jugendlichen hervor: „Jeder sollte Lobbyist für Kinder sein. Deshalb ist es wichtig, dass es solche Projekte gibt, in denen sich Erwachsene für Kinder engagieren.“ Renate Ufermann betrachtete als Mutter von vier Kindern mehr die Rolle der Frau in der Familie, der geholfen wird.

Aus Erfahrungen schöpfen

Die Helferinnen selbst schöpfen aus ihren Erfahrungen, die sie z. B. als Mutter oder im Job, etwa als Krankenschwester oder Kindergärtnerin, gemacht haben. Alle zwei Monate treffen sich die Ehrenamtlichen zum Austausch. Dann gibt es auch kleine Fortbildungseinheiten, etwa Tipps zum Erstbesuch bei einer Familie. Oder demnächst eine Auffrischung in Sachen „Erste Hilfe am Kind“.

Kontakt knüpfen

Wer sich als Ehrenamtliche engagieren will oder junge Eltern, die Unterstützung möchten, melden sich telefonisch unter der Nummer 02842  9284224.

(Pressefererat | 2009-11-09)Diese Nachricht drucken