
Das Arbeitszimmer von Pfarrer Ingo Schäfer ist ein ausgesprochen heller Ort. Vier Fenster besitzt der Eckraum mit den hellen Möbeln, zwei zur Wörthstraße hin, aus den beiden anderen blickt man auf den Platz vor dem Jugendheim. Dass vor den Fenstern des neuen Pfarrers der ev. Kirchengemeinde Friemersheim keine Gardinen hängen, ist kein Zufall. Es hat mit der Haltung zu tun, die der gebürtige Rheinländer mit in sein Amt an der Kreuzkirche gebracht hat. „Ich bin neugierig auf die Gemeinde und vor allem auf die Gemeindeglieder hier, die ein aktives Gemeindeleben gestalten“, sagt Schäfer. Eine Offenheit, die der 52-Jährige auch „umgekehrt“ zulassen will.
Vor ziemlich genau 22 Jahren hat Schäfer seine Laufbahn im Kirchenkreis Moers begonnen. Am Tag des vorletzten Arbeitskampfes absolvierte der Pfarrer seinen ersten Tag in der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinhausen Erlöserkirche. „Ich lernte damals eine neue Mentalität kennen“, erinnert er sich an die Faszination von damals. Es war die kämpferisch-innige Verbundenheit mit Heimat und Arbeitsplatz, die Schäfer bis dahin so nicht kannte.
Sich Umstellen, neues Kennenlernen. Das steht jetzt wieder auf dem Programm. Vom städtischen Umfeld der Kirchengemeinde an der Rheinhauser Beethovenstraße in das in weiten Teilen gutbürgerlich-dörflich geprägte Friemersheim. Um den Unterschied festzustellen, muss der neue Pfarrer nicht weit gehen. Ein Blick durch die Fenster auf die herbstliche Straße genüge dafür, sagt er mit einem Augenzwinkern. Hatte er früher die von den Platanen gefallenen Blätter im Herbst säckeweise selber aufzusammeln, sorge hier jeder vor seiner Haustür selber für eine blätterfreie Straße, erzählt er launig.
Wenn Schäfer von seinen Zielen spricht, bekommt der weiche Plauderton des Rheinländers einen ernsthaften Klang. „Wir wollen erreichen, dass wir als Einheit empfunden werden, eben als eine Friemersheimer Kirchengemeinde, bloß mit zwei unterschiedlichen Predigtstätten“, so der Pfarrer. Heißt: Zusammen mit Pfarrer Thomas Gregorius , dem Kollegen, der für die Gemeindeglieder im Bezirk der Dorfkirche zuständig ist, will er Gemeinsamkeiten pflegen. Ein Beispiel dafür: Der Männerkreis der Kreuzkirche wird vom Pfarrer der Dorfkirche geleitet. Im Gegenzug kümmert sich der neue Pfarrer der Kreuzkirche um den Bibelkreis der Dorfkirche. „Das ist bereits gut angelaufen“, freut sich Schäfer, „deshalb wollen wir das intensivieren.“
Am 15. November führt Superintendent Ferdinand Isigkeit den neuen Pfarrer der Kreuzkirche mit einem Gottesdienst offiziell in sein Amt ein. Beginn ist um 15 Uhr in der Evangelischen Kreuzkirche, In den Bänden.