Synode am zweiten Tag

Hans-Peter Sokoll
Hans-Peter Sokoll aus der Gemeinde Meerbeck wurde als fünfter Abgeordneter aus dem Kirchenkreis Moers für die Synode der Landeskirche gewählt.

Die Geschäfte in Hochheide hatten noch gar nicht geöffnet, da klangen aus dem Gemeindehaus der Evangelische Kirchengemeinde Essenberg-Hochheide schon die ersten kräftigen Gesänge. 119 Synodale aus den 28 Evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Moers waren am 14.11.2009 um 8.30 Uhr gekommen, um gemeinsame die Geschicke des Kirchenkreises mit seinen Diensten und der Diakonie zu lenken. Synoden treten im Allgemeinen zweimal jährlich zusammen.
Nach der Andacht, gehalten von Monika Greier, Gehörlosenseelsorgerin in Kirchenkreis Moers, sprach Roland Kühne, Superintendent des Partnerkirchenkreises Oderbruch. Er bedankte sich im Namen des Gemeindekirchenrats in Seelow für die Kollekte des Vorabends, die in den Neubau einer Kindertagesstätte in der Evangelischen Kirchengemeinde Seelow für 60 Kindern fließen soll. Nächstes Jahr soll der Bau beginnen.
Auf der Tagesordnung stand als nächster Punkt eine Wahl: Gewählt wurde Hans-Peter Sokoll aus der Gemeinde Meerbeck als fünfter Abgeordneter aus dem Kirchenkreis Moers für die Synode der Landeskirche.

Schöpfungstag

Anschließend schlossen sich die Synodalen einem Antrag des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) und des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene (GMÖ) Niederrhein an: Die Landeskirche soll aufgefordert werden, einen zentalen Schöpfungstag einzurichten. Er soll am Beginn der Schöpfungszeit stehen, die schon jetzt jährlich in den Kirchenkreisen Kleve und Moers begangen wird, und die bis zum Erntedankfest geht. Mit dem Beschluss sollen auch andere Kirchenkreise zu eigenen Schöpfungszeiten angeregt werden Die Schöpfungszeit im Kirchenkreis Moers gibt es seit 2004. Sie soll dazu einladen, die Schöpfung bewusst wahrzunehmen, Verantwortung ihr gegenüber zu erkennen und zu leben sowie ihres Schöpfers zu gedenken.

Kampfsportart „Ultimate Fighting“

Ein weiterer Beschluss bezog sich auf die Kampfsportart „Ultimate Fighting“. Dabei handelt es sich um einen Kampf von äußerster Brutalität mit nur wenigen Regeln. Es wird sogar noch auf die am Boden liegenden Personen eingeschlagen. Das hat nichts mit Fairness zu tun, sondern ist rohe Gewalt. Diese Kämpfe hinterlassen nicht allein körperliche Verwundungen, sondern haben auch verheerende Wirkungen auf die psychische Entwicklung und das Wertegefüge von Heranwachsenden, wenn sie offiziell anerkannt würde, so die Kirchengemeinde Homberg, die den Antrag gestellt hat. Die Synodalen schlossen sich dieser Argumentation an. Der Kirchenkreis Moers lehnt diese Kampfsportart ab und bittet die Landessynode, eine offizielle Stellungnahme zu der Verbreitung in Deutschland abzugeben.

Mittelfristige Finanzplanung / Pfarrstellenkonzeption

Superintendent Ferdinand Isigkeit unterrichtete anschließend die Synodalen über den bisherigen Zwischenbericht zur Mittelfristigen Finanzplanung. Außerdem berichtete er über die Gespräche des Kreissynodalvorstandes mit den Regionalversammlungen, in denen sich Gemeinden in den sechs Regionen treffen. So konnte er jetzt der Synode die Absprachen für eine hinreichende Verteilung der pfarramtlichen Versorgung und ihrer Kosten in den Regionen vorstellen.

Diakoniepfarrstelle und Notfallseelsorge

Entschieden wurde auch über die Aufteilung einer kreiskirchlichen Pfarrstelle: Seit Februar 2009 ist Pfarrer Thomas Gregorius in der Ev. Kirchengemeinde Friemersheim. Vorher war er Diakoniepfarrer für den gesamten Kirchenkreis Moers. Diese freie Stelle soll jetzt, was Finanzierung und Inhalte betrifft aufgeteilt werden. Die eine Hälfte bleibt weiterhin dem Diakoniepfarramt vorbehalten, die andere Hälfte wird für die Notfallseelsorge verwandt.

Niederrheinisches Schulreferat

Zugestimmt haben die Synodalen zudem einer Satzung für das zu gründende Niederrheinische Schulreferat. Das soll veraussichtlich in Kamp-Lintfort seinen Standort finden. Es übernimmt die Aufgaben für die Kirchenkreise Kleve, Wesel, Dinslaken, Duisburg und Moers. Wenn die anderen beteiligten Kirchenkreise denselben Beschluss fassen, wird dieses Schulreferat zum 1. Januar 2010 entstehen können.

Abteilung aus Referaten gebildet

Beschlossen wurde auch die Satzung der neuen Abteilung, die sich aus den bisherigen Referaten Evangelisches Forum, Jugend, Frauen, Kindertagesstätten zusammensetzt. Hintergrund ist, dass der Bildungsauftrag und die Beratungen von Kindertagesstätten, Jugendleitern, politischen Gremien etc. besser wahrgenommen werden kann, indem gemeinsame Stärken zusammengefasst werden. Erwartet wird auch eine Kostensenkung.
Ein Name für diese neue Abteilung wird demnächst vorgestellt. .
Zum Vorsitzender des Fachausschusses der neuen Abteilung wurde Pfarrer Wolfram Syben gewählt.

Konzept zum Schutz des Kindeswohl

Schließlich hatten die Synodalen über ein Konzept zum Schutz des Kindeswohl zu entscheiden. Ein derartiges Konzept ist gesetzlich vorgeschrieben.
Zum Kindeswohl gehört nicht nur, dass ein Kind nicht misshandelt wird, sondern auch, dass es nicht verwahrlost. Mit der Aufgabe, das Konzept zu erarbeiten, hatte die Synode im Sommer 2008 die bisherigen Referate und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Moers beauftragt. Das Konzept sieht unter anderem Fortbildungen aller an Kinder- und Jugendarbeit Beteiligten vor. Also sowohl für Mitarbeitende in Kindertagesstätten, wie auch für Pfarrer und Pfarrerinnen, die KonfirmandInnenunterricht erteilen, studentische Hilfskräfte ebenso wie Auszubildende.Dezidiert zeigt das Konzept Handlungsschritte, was geschehen muss, wenn der Verdacht besteht, dass ein Kindeswohl gefährdet ist. Unter anderen werden die Fachabteilungen des Kirchenkreises diese Fortbildungen organisieren und Supervisionen anbieten. Alle Mitarbeitenden, die im dienstlichen Auftrag mit Kindern und Jugendlichen in den Gemeinden arbeiten, müssen zudem ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Alle fünf Jahre müssen sie erneut solch ein Zeugnis vorlegen. Für diese Folgezeugnisse werden die Kosten vom Trägern erstattet. Es gibt standardisierte Dokumentationen und außerdem so genannte "erfahrene Fachkräfte", an die sich die Mitarbeitenden zur Beratung bei Verdachtsfällen wenden können. Stellt sich in der Beratung mit der Fachkraft heraus, dass ein Kindeswohl akut gefährdet ist, schaltet der Mitarbeitende den zuständigen Sozialarbeiter beim Jugendamt ein, der dann den Fall und die Verantwortung für den weiteren Prozess übernimmt. Alle Schritte verlaufen in enger Abstimmung mit den Eltern.
Die erfahrenen Fachkräfte sollen durch das Jugendamt vorgehalten oder als interne erfahrene Fachkräfte refinanziert werden. Dafür soll sich der Kreissynodalvorstand kommunalpolitisch einsetzen.

Reisekosten Partnerschaftsarbeit

In einer weiteren Entscheidung drückten die Synodalen ihre Wertschätzung gegenüber der Partnerschaftsarbeit des Kirchenrkeies Moers aus. Für 2010 werden die Reisekosten und die Unterbringung aus dem Haushalt des Kirchenkreises bestritten.

70 Euro pro Gemeindeglied

Eine erfreuliche Mitteilung gab es im Rahmen des Tagesordnungspunktes Verwaltungsangelegenheiten für die Gemeinden: Wie bisher sollen 2010 an die Gemeinden 70,00 Euro pro Gemeindeglied ausgezahlt werden. Das entspricht dem Wert des Vorjahres. Möglich wird das, weil das Kirchensteueraufkommen nicht wie erwartet gesunken ist. Zudem beschlossen die Synodalen die Haushalte 2010: Der allgemeine Kirchenkreishaushalt hat ein Volumen von ca. 10,15 Millionen Euro und konnte nur durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 26.000 Euro ausgeglichen werden. Der Haushalt des Diakonischen Werkes Kirchenkreis Moers hat ein Volumen von ca. 5,85 Millionen Euro und wurde durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von ca. 35.000 Euro ausgeglichen.

Spenden und Termine

Festgelegt wurden auch folgende Kollekten: Am 11. April 2010 gehen sie an die Telefonseelsorge Niederrhein, am 1. August 2010 sind sie für die Schöpfungszeit im Kirchenkreis Moers bestimmt. Am 17.Oktober 2010 sind sie bestimmt für die Schüler- und Jugendarbeit im Kirchenkreis Moers.
Die nächsten Synoden sind der 28. und 29. Mai 2010 sowie der 12. und 13. November 2010.

(Pressefererat | 2009-11-14)Diese Nachricht drucken