
Bürgermeister Norbert Ballhaus hat jetzt eine kleine Krone. Und nicht nur er: Dechant Achim Klaschka, Superintendent Ferdinand Isigkeit, Kommunal-, Landes und Bundespolitiker und viele Bürgerinnen und Bürger auch. Sie alle kamen am Freitag, 20. November, in die Zentralbibliothek Moers, um sich vor einem Spiegel, auf dem ein Krönchen klebt, fotografieren zu lassen. Sie unterstützen damit die Weiterbildungsoffensive NRW in Moers. Der Spiegel mit der aufgeklebten Krone hat dabei symbolische Bedeutung: Mit Weiterbildung ist „frau“ Königin und „mann“ König. Deshalb lautete das Motto auch „Klein anfangen, groß rauskommen."
Deutschland hinkt im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern in Fragen der Weiterbildung hinterher. Dabei ist die Qualifikation für das berufliche Fortkommen von großer Bedeutung. 530 in 20 Landesorganisationen zusammengeschlossene und öffentlich geförderte Weiterbildungseinrichtungen haben sich an der Aktionswoche (16. bis 22. November) beteiligt. Für Moers und Umgebung waren die Volkshochschule Moers - Kamp-Lintfort, das Evangelische Forum Kirchenkreis Moers, das Bildungswerk der katholischen Arbeitnehmerbewegung Zweigstelle Wesel und der Regionalverbund der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Kreisdekanat Wesel e.V. dabei. Neben Bürgermeister Norbert Ballhaus und den Kirchenvertretern haben unter anderem der Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff, der Bundestagsabgeordnete Michael Groschek sowie die Landtagskandidaten Ibrahim Yetim und Bruno Vinschen ihr deutliches Bekenntnis zur Weiterbildung abgegeben.
„Heute vor drei Wochen war die Grundsteinlegung für das Bildungszentrum mit vhs und Bibliothek. Dies wird unser neues Zentrum der Weiterbildung“, sagte Bürgermeister Ballhaus. Superintendent Isigkeit verwies auf die Wurzeln des Protestantismus: „Die Gründung hat viel mit dem Ernstnehmen von Bildung zu tun. Weiterbildung hat für uns deshalb auch heute noch eine große Bedeutung.“ Einen ähnlichen Ansatz hatte sein katholischer Kollege, Dechant Achim Klaschka. Er ergänzte: „Wer sich bildet, weiß wo er steht und kann sich von dort aus bewegen.“ Die Politiker sprachen sich eindeutig für Weiterbildung aus. Dies sei „wenn Sie so wollen, ein Menschenrecht“, meinte Michael Groschek, und müsse „unabhängig vom Geldbeutel möglich sein“ (Maren Schmidt, Bündnis 90/Die Grünen). Ohne finanzielle Förderung gehe es nicht, forderte sie. Die Veranstalter wollen in einem Jahr in einer ähnlichen Runde erneut zusammenkommen. Dann soll eine Zwischenbilanz gezogen werden.