Gelbe Ballons und kirchliche Solidarität - Schachtzeichengottesdienst

Gelbe Ballons schweben zurzeit über vielen alten still gelegten Schächten von Bergwerken im Ruhrgebiet. Möglich gemacht hat es das Projekt "Schachtzeichen" im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010. Ein schönes Zeichen, wie auch in der Predigt im Schachtzeichengottesdienst am 22. Mai, ehemaliger Schacht IX, 11 Uhr, vom katholischen Geistlichen Bernhard Lauer vor dem Auflassen der Ballons deutlich wurde. Denn, so erinnerte er, er kenne das Ruckeln der Häuser durch den Bergbau aus seiner Kindheit. „Keinen hat das gestört, denn es wurde warm durch die Kohle.“ Lauer verwies darauf, dass heute Erfahrungen fehlten und Zeichen notwendig seien. So, wie die gelben Ballons des Projekts Schachtzeichen, die dort aufsteigen, wo früher die Bergarbeiter in die Tiefe gingen.

Sich zu wehren ist sinnvoll

Jürgen Widera, ev. Pfarrer des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, erinnerte an die vielen gemeinsamen Aktionen zwischen Kirchen und Bergarbeitern: Mahnwachen, Streik in der Lintforter Christuskirche, Solidaritätsgottesdienste. Warum es sinnvoll war zu kämpfen, auch wenn letztlich die Betriebe dicht machten, erklärte er auch. Beim Arbeitskampf in Rheinhausen etwa habe die fünfjährige Verspätung, mit der das Werk geschlossen worden sei, vielen Arbeitern noch eine gute Rente eingebracht und Lehrlingen den Abschluss der Lehre ermöglicht. Und schließlich habe der Schulterschluss den Menschen gezeigt, dass es Solidarität gibt und sie sich lohnt.

Fürbitten

Fürbitten sprachen im Gottesdienst Superintendent Ferdinand Isigkeit und Stadtdechant Achim Klaschka. Von muslimischer Seite wurde ebenfalls ein Grußwort beigesteuert. Der Gottesdienst endete mit dem Segen. Anschließend wurde zu den Klängen der Bergwerkskapelle der Ballon aufgelassen.

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(Pressefererat | 2010-05-28)Diese Nachricht drucken