
Ausgerüstet mit einem Pädagogikstudium, sechs Jahren als Gemeindepfarrer und zwei ausgesprochen rechten Händen. So begann Günter Meyer-Mintel seinen Dienst im Schulreferat des Kirchenkreises Moers. Dass diese Aufgabe genau richtig für ihn sein würde, war dem handwerklich geschickten und pädagogisch gebildeten Theologen gleich klar, als der damalige Superintendent Kurt Bergerhof ihm seinen heutigen Job anbot. Das war vor 23 Jahren. Seitdem ist in dem Büro an der Seminarstraße, das Meyer-Mintel gerne als „Werkstatt“ bezeichnet, so einiges entstanden. Religion zum Anfassen fertigten die beiden Hände des Referenten. Mit Säge, Bohrer und Schleifpapier wurde aus den Tischplatten ausrangierten Schulmobiliars der Tempel von Jerusalem, das Modell einer evangelischen Kirche oder ein ganzes Dorf zur Zeit Jesu. Das ist nur ein Beispiel für das handgefertigte Material, das Religionslehrerinnen und -lehrer für ihren Unterricht ausleihen können. Mit den Händen zu greifende Gegenstände für eine handlungsorientierte Religionspädagogik.
Wo beginnt das Leben, kann Gott auch böse sein, gibt es eine Gerechtigkeit in der Welt? Der Schulreferent legte großen Wert darauf, Material zu entwickeln, mit dem Kinder die Fragen der Religionsphilosophie erforschen können. „Kinder kennen keine Raster, sondern haben einen direkten Zugang zu diesen Fragen, also den wichtigen Dingen des Lebens“, weiß Meyer-Mintel. „Kinder sind mit Gott auf Du und Du. Das kann man in der Pädagogik nutzen“, ist seine Erfahrung.
Zudem verließen didaktische und methodische Hilfen, Unterrichtsentwürfe, Impulse, die das Umsetzen neuer Lehrpläne erleichtern sollten, Bücher zur Unterrichtsvorbereitung und die Bestände einer gut sortierten Mediothek die Ideenwerkstatt. 1600 Ausleiher besuchen das Schulreferat regelmäßig. Die Besucherinnen und Besucher kommen nicht nur aus dem Gebiet des Kirchenkreises Moers, sondern zum Beispiel auch aus Goch, aus Wuppertal, Essen oder Mülheim. Die kreativen Unterstützungsangebote sind am ganzen Niederrhein und darüber hinaus bekannt und gern genutzt.
Weiterer Schwerpunkt der mehr als zwei Dienstjahrzehnte: die Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer, Referendarinnen und Referendare sowie deren seelsorgerliche Begleitung. Studienseminare aus der Region und der Neukirchener Erziehungsverein gehören zu den Nutzern dieses Angebots.
Die Fülle seiner Aufgaben hinderten den umtriebigen Referenten nicht daran, sich zudem zum ausgewiesenen „Ägypten-Experten“ des Kirchenkreises zu entwickeln. Für den Kirchenkreis hat er insgesamt 48 mal die ägyptische Partnerkirche der Koptischen Christen und die Müllgebiete Kairos besucht. Im Entwicklungsausschuss der Synode des Kirchenkreises Moers kümmerte sich Meyer-Mintel um die Pflege der ökumenischen Partnerschaft mit der koptischen Kirche in Ägypten.
Am 13. Juni entpflichtet Superintendent Ferdinand Isigkeit Pfarrer Günter Meyer-Mintel in einem Gottesdienst in der Stadtkirche Moers, Klosterstraße. Beginn ist um 10 Uhr.