Wenig Vertrauen zu den Bürgerinnen und Bürgern - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers kritisiert das Sparpaket der Bundesregierung

Rainer Tyrakowski-Freese
„Sparen bei Arbeitslosen und bei Familien ist nicht akzeptabel" - Rainer Tyrakowski-Freese, Leiter des Diakonischen Werkes Kirchenkreis Moers

Ärger und Unverständnis - das sind die Reaktionen beim Diakonischen Werk Kirchenkreis Moers auf das Sparpaket der Bundesregierung. „Sparen bei Arbeitslosen und bei Familien ist nicht akzeptabel", meint Rainer Tyrakowski-Freese, Leiter des Werkes. Es zeuge z. B. nicht von nachhaltiger und verantwortlicher Politik, wenn Empfängern von Arbeitslosengeld II der Zuschuss zur Rentenversicherung gestrichen werde, argumentiert der Diakonieleiter. Denn so werde langfristig zu Lasten der Kommunen umgeschichtet, die die Grundsicherung im Alter bei Beziehern geringer Renten im Wesentlichen tragen müssen. "Ganz offensichtlich hat die Politik zu wenig Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger. Nach unserer Einschätzung hätten Menschen mit höheren Einkommen höhere Belastungen akzeptiert."

Diakonie tätig in Bereichen, in denen gekürzt werden soll

Das Diakonische Werk Kirchenkreis Moers ist in den Bereichen, in denen jetzt massiv gekürzt werden soll, seit vielen Jahrzehnten tätig. Sowohl in der Familien- und Jugendberatung wie auch in der Schuldnerberatung erfahren die Mitarbeitenden der Diakonie nahezu täglich die Auswirkungen von Armut. In der Offenen Sozialberatung in den sechs Dienststellen des Werkes zeigt sich, dass auch die Altersarmut in den letzten Jahren zugenommen hat. Am deutlichsten sichtbar wird die Armut in der Tafelarbeit, in der Bürgerinnen und Bürger mit geringen finanziellen Mitteln zusätzlich mit Nahrungsmitteln unterstützt werden.
Fachleute gehen davon aus, dass fast 40% der Einsparungen zu Lasten einkommensschwa-cher Haushalte gehen.

(Pressefererat | 2010-06-10)Diese Nachricht drucken