Der ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Loveparade-Unglücks wird Angehörigen, Helferinnen und Helfern einen Ort bieten, um ihre Trauer und Verzweiflung vor Gott zu bringen. Das betonten Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche bei einer Pressekonferenz heute, Freitag, in der Duisburger Salvatorkirche. Die Kirchenvertreter unterstrichen, dass auch die Übertragung in die MSV-Arena, ein Gottesdienst und keine Form des Public-Viewings sei. Der Gottesdienst findet am morgigen Samstag ab 11 Uhr in der Salvatorkirche statt.
„Im Stadion wird ein großes Kreuz aufgebaut“, sagte Oberkirchenrat Klaus Eberl, Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Eberl erklärte, dass es sich in der Salvatorkirche um einen öffentlichen Gottesdienst handele. Angesichts der begrenzten Platzkapazität empfahl er aber, auf die Angebote der Übertragung in Kirchen und im Stadion auszuweichen. In der Nähe der Salvatorkirche fahre ein Shuttle-Dienst zur MSV-Arena.
Der katholische Stadtdechant von Duisburg, Pfarrer Bernhard Lücking, sagte, dass die Trauergemeinde in Duisburg nicht nur christlich sei. Die ganze Stadt trauere. In Duisburg werden morgen um 10.45 Uhr die Totenglocken der christlichen Kirchen zum Gedenkgottesdienst läuten.
Notfallseelsorger Joachim Müller-Lange berichtete, dass Familienangehörige aus dem In- und Ausland zum Gottesdienst kommen. Nicht alle Angehörigen haben sich für eine Teilnahme entschieden. Die Kirchen entschlossen sich mit dem Gedenken in der Salvatorkirche für eine Form, die den Angehörigen gegenüber größeren Plätzen mehr Schutz vor ungewünschter Öffentlichkeit bieten soll.
Zu Beginn des Gottesdienstes werden Kerzen in den Raum getragen, die vom Unglücks-Tunnel zur Kirche und ins Stadion gebracht werden. In Fürbitten kommen Helferinnen, Helfer und Angehörige zu Wort. Die Predigten halten der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und der Bischof des katholischen Bistums Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck. Im Anschluss an den Gottesdienst spricht für das Land Nordrhein-Westfalen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Die führenden politischen Vertreter der Bundesrepublik nehmen am Gottesdienst teil. Dazu zählen Bundespräsident Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle, SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und andere. Der Gottesdienst wird live in der ARD übertragen.
Mehrere Kirchen in Duisburg öffnen morgen, 31. Juli 2010 ihre Pforten für Besucherinnen und Besucher, die die ARD-Gottesdienstübertragung, 10.45 bis 12.30 Uhr, aus der Duisburger Salvatorkirche gemeinsam miterleben möchten. Folgende Evangelische und katholische Gottesdienststätten in Duisburg laden ein:
Evangelische Kirche Walsum-Aldenrade
Friedrich-Ebert-Str. 141
47179 Duisburg
Markuskirche
Ostackerweg 75
47166 Duisburg
Gemeindehaus / Pfarrsaal in St. Michael
Evangelische Kirchengemeinde Meiderich mit der Kath. Kirchengemeinde St. Michael
Von-der-Mark-Str. 68a
47137 Duisburg
St. Norbert
Norbertuskirchplatz 6
47166 Duisburg
Christuskirche Neudorf
Neudorfer Markt 22
47057 Duisburg
St. Joseph
Dellplatz
47051 Duisburg
St. Gabriel
Gneisenaustr. 269
47057 Duisburg
Evangelisches Gemeindehaus Buchholz
Arlberger Straße 8
47249 Duisburg
Evangelisches Gemeindehaus Großenbaum
Lauenburger Allee 21
47269 Duisburg
St. Suibert
Molbergstr. 10
47249 Duisburg
St. Dionysius
Uerdinger Str. 183a
47259 Duisburg
Christuskirche Rheinhausen
Friedensstraße 3a
47228 Duisburg