Was sind wir, worauf sind wir stolz, wo wollen wir hin? - Diese Fragen sollten die Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises für die Sommersynode bearbeiten. Über die Antworten diskutierten Arbeitsgruppen am zweiten Tag der Synode im Friemersheimer Clarenbachhaus. Grund der Fragen: Nach Vorgabe der Landeskirche muss künftig jede Gemeinde eine Konzeption vorlegen, anhand derer die Ausrichtung erkennbar wird - gerade in Zeiten knapper Kassen und notwendiger Veränderungen eine hilfreiche Orientierung. Veränderungen zwischen Lust und Frust
„Veränderungen zwischen Frust und Lust“ lautete passend der Titel des Vortrags von Dorothee Franke-Herber. Die Gelsenkirchener Superintendentin berichtete aus Erfahrung von der Zusammenarbeit von Kirchenkreisen bzw. Gemeinden, und den Chancen, in gemeinsamen Gestaltungsräumen von den Stärken der jeweils anderen Beteiligten zu profitieren. Doch sei bis zur gelungenen Zusammenarbeit ein bisweilen schwieriger Prozess der Diskussion vorausgegangen.
Zu den frustrierenden Erlebnissen zählt sie den Aufwand an Zeit und Energie. Außerdem ist Veränderung auch mit Angst vor Neuem verbunden. Positiv wertet sie das Lernen voneinander. Gemeinsames Handeln erhöht zudem den Nachdruck von Aussagen oder Forderungen und schließlich führt Zusammenarbeit auch dazu, das eigene Profil zu bestimmen.
Veränderung verlangt Wertschätzung
Sie riet dazu, frühzeitig Gestaltungsvorhaben anzugehen, denn Strukturveränderungen kosten Zeit und Geld. Sind die finanziellen Reserven erschöpft, ist es zu spät. Jedes Reformvorhaben müsse jedoch in eine Kultur der Wertschätzung aller Beteiligten eingebettet sein.
Die Zusammenstellung der Antworten von Gemeinden und Einrichtungen für die Synode bewertete sie als positiven Anfang, das eigene Profil zu erkennen und die anderen Gemeinden und Einrichtungen kennen zu lernen.
Ausschuss für Struktur- und Zukunftsfragen
Nach weiteren Diskussionen beschlossen die Synodalen die "Berufung und Beauftragung eines Ausschusses für Struktur- und Zukunftsfragen“ des Kirchenkreises. Er soll unter anderem eine Gesamtkonzeption des Kirchenkreises erarbeiten und theologische Leitlinien formulieren sowie Voraussetzungen und Impulse für die Zusammenarbeit von Gemeinden, Einrichtungen und Kirchenkreis entwickeln. Er wird über Strukturveränderungen, Personal- und Stellenplanungen beraten und den entsprechenden Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen. „Dies soll das Gesamtinteresse der Gemeinden und des Kirchenkreises wahren helfen“, heißt es im Beschluss. Auf Wunsch können sich die Gemeinden von diesem Strukturausschuss in ihren Veränderungsprozessen beraten lassen.
Das birgt eine Chance, denn: "Es ist möglich, in den Regionen und Arbeitsbereichen Gestaltungsräume zu schaffen und Umgestaltungen aktiv anzugehen, anstatt sie nur zu erleiden."
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