Integrieren statt ignorieren - unter diesem Leitwort steht die diesjährige Interkulturelle Woche vom 28. September bis zum 4. Oktober. Im Kirchenkreis Moers wird zu diesem Anlass in Moers-Asberg am ersten Tag, dem 28. September, um 18 Uhr ein Gottesdienst gefeiert. "Für uns als Kirche gehört die Sorge um die Fremden, die zu uns gekommenen Menschen, zu den Kernaufgaben christlicher Verantwortung", erklären Pfarrer Torsten Maes und Pfarrer Dr. Reinhard Schmeer in ihrer Einladung zur Feier in der Evangelischen Kirche in der Drususstraße. Vertreter der Moscheen haben ihr Kommen bereits zugesagt.Lebendige Tradition interkultureller Gemeinschaft
Im Kirchenkreis Moers gibt es eine lebendige Tradition interkultureller Gemeinschaft. Die Friedensgebete nach dem 11. September und während des Krieges im Frühjahr gehören genauso dazu wie die ökumenischen Friedensgebete in Repelen, gemeinsame Grillabende, islamisch-christlicher Dialog oder auch gegenseitige Besuche von Frauenkreisen beim Internationalen Kulturkreis Moers und umgekehrt.
Bundesweite Initiative der christlichen Kirchen
Die "Woche der ausländischen Mitbürger" ist eine bundesweite Initiative der christlichen Kirchen. Sie wird von Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten, Ausländerbeauftragten und deutsch-ausländischen Initiativgruppen unterstützt.
Migration gestalten
In einem gemeinsamen Wort haben Manfred Kock, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Metropolit Augoustinos, Griechisch-Orthodoxer Metropolit von Deutschland, darauf hingewiesen, dass Zuwanderer "ganz selbstverständlich zur Wirklichkeit unserer Gesellschaft" gehören. Migration als Realität könne nicht verdrängt, sondern müsse gestaltet werden. Längst seien dauerhafte Freundschaften, Partnerschaften und Ehen geschlossen worden, aber noch immer gäbe es auch Feindseligkeiten und Übergriffe. Immigration biete Chancen für eine Horizonterweiterung und Bereicherung in Gesellschaft und Kirche, Wirtschaft und Kultur.
Zehn Thesen
Zehn Thesen hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Woche der ausländischen Mitbürger veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass alle gleichberechtigt an gesellschaftlichem, wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Leben teilhaben und nicht bloß toleriert werden sollen. Wer in Deutschland geboren oder aufgewachsen sei, dürfe nicht ausgewiesen werden. Die Verantwortung für alle in Deutschland aufgewachsenen Kinder und Jugendlichen bleibe staatlicher Auftrag; das gelte auch für straffällig gewordene Jugendliche. Wahlrecht, mindestens auf kommunaler Ebene, solle für alle gelten, deren Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt.
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